Vegan macht gesünder – Zwillingsstudie zeigt schnelle Verbesserung der Herzgesundheit

Illustration: Zwillinge präsentieren Burger (KI)

Schon acht Wochen nach dem Umstieg auf vegane Ernährung zeigt sich eine deutlich Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit (das Herz und den Blutkreislauf betreffend) in drei wichtigen Kennzahlen. Das konnte jetzt in einer Studie an der Stanford-Universität belegt werden.

Die Gruppe von Dr. Matthew L. Landry zeigte in einer Zwillingsstudie, dass sich Kennzahlen für Cholesterin und Blutinsulin bei der veganen Testgruppe gegenüber ihren mit Mischkost ernährten Geschwistern deutlich verbesserten. Auch konnte die vegane Gruppe im Untersuchungszeitraum ihr Gewicht stärker reduzieren. Die Zwillingspaare wurden nach dem Zufallsprinzip in die Gruppen eingeteilt. Eine der beiden Gruppen ernährte sich ausschließlich mit ausgewogener veganer Ernährung, die zweite mit ausgewogener Mischkost. Beide Gruppen wurden von Ernährungsexperten begleitet. Dabei wurden in den ersten vier Wochen die Mahlzeiten geliefert, in der zweiten Hälfte der Untersuchungsreihe kochten die Teilnehmenden selbst, angeleitet von Gesundheitsexperten.

An der Studie von Mai bis Juni 2022 nahmen 22 Zwillingspaare teil. Voraussetzung war ein mittleres Gewicht und keine Risiko-Werte in den relevanten Messgrößen Cholesterin und Blutzuckerspiegel.

Eindeutige Ergebnisse

LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein)
Dieser Wert ist eine relevante Größe für die Herzgesundheit, ein geringes Risiko liegt vor, wenn der Wert unterhalb von 116 mg/dl liegt. Die Untersuchung zeigte, dass der LDL-Cholesterinwert der veganen Proband*innen von 110,7 mg/dl auf 95,5 mg/dl sank, der in der Mischkost-Gruppe nur von 118,5 mg/dl auf 116,1 mg/dl.

Nüchtern-Insulinspiegel – Gewichtsreduktion
Der Wert für den Nüchtern-Insulinspiegel im Blut sank in der veganen Gruppe um 20 %, es gelang dieser Gruppe also deutlich besser, den durch Nahrung zugeführten Blutzucker abzubauen. Die vegane Gruppe nahm während der acht Wochen im Durchschnitt um 2 kg mehr ab, als die Mischkost-Gruppe.

Weniger signifikante Unterschiede hat die Studie für den TMAO-Spiegel (Trimethylamin N-Oxid), der zu Arteriosklerose führt, für das weniger bedenkliche HDL-Cholesterin und für die Vitamin-B12-Aufnahme ergeben. Die Aussage zur Vitamin B12-Versorgung ist nach der kurzen Dauer der Studie allerdings auch wenig aussagefähig.

Die Studie ist unter dem Namen „Cardiometabolic Effects of Omnivorous vs Vegan Diets in Identical TwinsA Randomized Clinical Trial“ – (Kardiometabolische Auswirkungen einer omnivoren gegenüber einer veganen Ernährung bei eineiigen Zwillingen Eine randomisierte klinische Studie) von Matthew J. Landry publiziert und ist auf der Plattform JAMA Network der American Medical Association  veröffentlicht.

Ärzte können erwägen, eine pflanzliche Ernährung zu empfehlen.

Und was ist die Botschaft?

Die Studie ist natürlich nur eine Momentaufnahme und eine Messung an einer überschaubaren Gruppe von Proband*innen. Dennoch sind die signifikanten Ergebnisse beim LDL-Cholesterin und dem Blutzucker ein starker Hinweis, dass ausgewogene vegane Ernährung vorteilhaft für die Herzgesundheit ist,  gegenüber ausgewogener Mischkost. So steht in der Schlußfolgerung der Studie:

„Ärzte können erwägen, eine pflanzliche Ernährung zu empfehlen, um kardiometabolische Risikofaktoren zu reduzieren und die Vorteile für die Umwelt zu berücksichtigen.“ 

Dokumentation auf Netflix: Du bist, was Du isst

Da die Studie vor allem in veganen Kreisen sehr hohe Wellen geschlagen hat, gibt es bereits eine dokumentarische Serie auf Netflix: „Du bist, was du isst: Ein Zwillingsexperiment“.
Dort kommen das Team und Proband*innen der Studie zu Wort und berichten von ihren teilweise überraschenden Erlebnissen.

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